Wir haben heute Nikolaus!!!
Hattet ihr auch alle was im Stiefel?
Heute hat uns im Seminar zuerst eine Kommilitonin von Lena erzählt:
Lena ist hochbegabt. Sie ist 10 Jahre alt und hat die 2. Klasse übersprungen. Sie ist ein eher introvertiertes Mädchen und nicht auffällig, wie das bei manchen anderen hochbegabten Kindern der Fall ist. Sie hilft ihren Mitschülern bei Aufgaben. Sie hat mit 2 Studenten mit dem Buch "Der Zahlenteufel" gearbeitet.
(Übrigens ein sehr zu empfehlendes Buch für jeden, der denkt Mathe nicht zu verstehen oder sogar Angst vor Mathe hat!)
Sie hat sogar ihre eigene Internetseite erstellt und ein weblog (zufinden unter: lmbiester.twoday.net).
Lena lernt mit Bildern. Sie stellt sich sogar einzelne Klavierakkorde als Bilder vor.
Danach hat uns Herr Schmid erklärt, dass das Gehirn in Bildern lernt. Das ist das naturwissenschaftliche Lernen.
Dann wurden uns die "b`s" erklärt. Letztes mal hat er uns in einem Formular schließlich gefragt, was "bbbb" bedeutet. Jetzt die Auflösung:
"b" betrachten
"bb" beobachten
"bbb" begreifen
"bbbb" beschreiben
Das bedeutet, dass das Gehirn an jede Sache, die der Mensch wahrnimmt, in dieser Reihenfolge herangeht.
Dann haben wir einen Test gemacht:
Es standen 4 Pärchen vorne. Die Mitglieder von 2 Pärchen kannten sich untereinander, die anderen nicht.
Jetzt sollte sich erst ein Pärchen weit auseinander stellen und dann langsam aufeinander zugehen, bis zu dem Punpt, wo sie sich noch wohl fühlen.
Es war erstaunlich: Alle Pärchen haben den gleichen Abstand gehabt, ca. 30 cm.
Ich habe mich gewundert, denn ein Mensch hat eine Intimsphäre und die wird verletzt, wenn ein fremder Mensch oder einer, den man nicht leiden kann, näher als ca 30-50 cm kommt. Hier standen also alle in dieser Intimsphäre. Mir wäre das wahrscheinlich zu nahe. Aber es kann auch daran liegen, dass wir Studenten sind. Wir müssen eh alle zusammengefercht im Bus fahren oder in überfüllten Seminaren sitzen. Da nimmt auch niemand auf diesen Intimabstand Rücksicht.
Nun wollten wir die vier "b`s" auf geisteswissenschaftlicher Ebene erklären:
Ein Kommilitone kam auf die richtige Idee:
"Ich bin Maler und betrachte einen Sonnenuntergang am Strand, d.h. ich sehe ihn. Dann beobachte ich ihn, ich sehe, wie die Sonne langsam im Meer versinkt. Diesen Vorgang und das malerische Bild finde ich sehr schö (begreifen, denn ich habe schon andere Sonnenuntergänge gesehen, die nicht so schön waren). Als letztes beschreibe ich ihn, ich male ihn auf die mitgebrachte Leinwand."
(Eine schöne Vorstellunug!)
Herr Schmid hat uns als nächstes berichtet, dass ein Mensch, der immer das gleich tut z.B. Fließbandarbeit, empirisch schneller altert und eventuell sogar früher stirbt. Das liegt daran, dass bei diesen Menschen das Gehirn einfach zu wenig zu tun hat. Es gibt keine neuen Eindrücke, die sich das Gehirn durch die vier "b`s" erklären muss.
Als nächstes musste ein Kommilitone einen Tageslichtprojektor einfach durch den Raum schieben, ihn bewegen.
Wir sollten dabei den Kritikpunkt in unserem Gehirn finden und ihn überwinden.
Ich habe mir nach einer Weile nur noch die Fragen gestellt:
Warum macht er (der Kommilitone) das eigentlich und wofür ist das gut?
Mit diesen Fragen lag ich gar nicht so falsch, denn die nächsten 3 Fragewörter stellt sich das Gehirn nachdem es die Routine überwunden hat:
- warum (Frage nach dem Grund/der Ursache)
- wozu (Frage nach der Wirkung)
- wieviel (Aufwandkostet mich das) (frage nach dem Zweck)
Claudia.Z - 21. Dez, 15:43